Der aufziehende Sturm
Der Zweite Weltkrieg begann nicht in einem Vakuum. Er war das katastrophale Ergebnis ungelöster Streitigkeiten aus dem Ersten Weltkrieg, der wirtschaftlichen Verzweiflung der Weltwirtschaftskrise und dem Aufstieg totalitärer Ideologien.
In Deutschland hatte der demütigende Versailler Vertrag die Nation ihrer Streitkräfte und ihres Territoriums beraubt. Aus diesem Groll erhoben sich Adolf Hitler und die Nationalsozialistische (Nazi) Partei. Hitler war ein faszinierender Redner, der versprach, den deutschen Ruhm durch Lebensraum und Rassenreinheit wiederherzustellen.
Während die Welt zusah, bewegten sich die Figuren auf ihre Plätze. Italien unter Benito Mussolini marschierte in Äthiopien ein. Der Spanische Bürgerkrieg (1936-1939) diente als schreckliche Generalprobe, bei der die deutsche Luftwaffe ihre Sturzkampfbomber auf Städte wie Guernica testete. In Asien brutalisierte das Kaiserreich Japan, angetrieben von seinem eigenen militaristischen Kodex, China bei der Invasion der Mandschurei und dem anschließenden Massaker von Nanking.
Die westlichen Demokratien, verzweifelt bemüht, ein weiteres Gemetzel wie 1914-1918 zu vermeiden, verfolgten eine Politik der Appeasement-Politik (Beschwichtigung). Premierminister Neville Chamberlain kehrte 1938 berühmt aus München zurück, schwenkte ein Stück Papier und erklärte "Frieden für unsere Zeit", nachdem er das Sudetenland an Hitler übergeben hatte. Es war eine fatale Fehlkalkulation. Ermutigt unterzeichnete Hitler einen schockierenden Nichtangriffspakt mit Stalins Sowjetunion (den Hitler-Stalin-Pakt), der das Schicksal Polens besiegelte.